
LIVVING Podcast - Wie wollen wir in Zukunft leben?
Wolf Meyer-Plate: Wie aus einer Gutsanlage von 1760 ein Mehrgenerationen-Werkdorf wird
Zwei Gastronomen aus Mannheim, ein Neuanfang mit Mitte 60: Wolf Meyer-Plate und Maike Fuchs haben ihr altes Leben aufgegeben und wollen in der Altmark einen ganzen Ort zum Wohnen und Arbeiten wiederbeleben. Wolf erzählt, was ihn dorthin gezogen hat, was der Einstieg kostet und warum er am liebsten irgendwann Kindern am Teich vorlesen würde. Warum wir Wolf Meyer-Plate eingeladen haben Gutleben Büttnershof ist ein genossenschaftliches Mehrgenerationen-Projekt in der Altmark in Sachsen-Anhalt, rund zwei Autostunden nordwestlich von Berlin, nahe der Elbe. Aus einer alten Gutsanlage soll ein „Werkdorf“ entstehen, ein Ort, an dem Wohnen und Arbeiten wieder zusammenrücken und in dem verschiedene Generationen und Berufe zusammenkommen. Hinter dem Projekt stehen Wolf Meyer-Plate, Architekt und Bio-Gastronom, und seine Partnerin Maike Fuchs. Beide haben in Mannheim zwei Jahrzehnte lang in der Gastronomie und im Veranstaltungsbereich gearbeitet, bevor sie mit Mitte 60 in den Osten zogen. Genau diese Mischung macht das Gespräch für LIVVING interessant: Es geht um ein konkretes Wohnmodell für die zweite Lebenshälfte und zugleich um die Frage, ob man sich mit über 60 noch einmal völlig neu aufstellen kann. Die wichtigsten 3 Erkenntnisse aus dem Interview Neustart mit Mitte 60 statt Ruhestand. Wolf Meyer-Plate und Maike Fuchs verließen ihre Mannheimer Bio-Gastronomie und landeten über Umwege in der Altmark, einer Gegend, durch die man, wie Wolf sagt, sonst kaum kommt.Heute leben sie selbst in einem gemeinschaftlichen Wohnprojekt und entwickeln ihr eigenes. Aus einer Gutsanlage von 1760 wird ein Werkdorf. Der historische Kern ist ein Fachwerkhaus von 1760, dazu kommen Ziegelbauten um 1900 und eine kleine Ortschaft mit derzeit 24 Bewohnerinnen und Bewohnern. Geplant sind rund 40 Wohneinheiten in Bestand und Neubau, getragen von einer Genossenschaft, mit barrierefreien Erdgeschosswohnungen für alle Generationen. Der Einstieg ist niederschwellig, die Finanzierung offen. Die Mitgliedschaft kostet 300 Euro, die kleinste Wohnung mit 30 Quadratmetern rund 70.000 Euro Eigenanteil plus etwa 500 Euro Nutzungsgebühr. Für den Start braucht das Projekt 2,3 Millionen Euro. Ein großer Teil davon fehlt noch, und die persönliche Deadline ist das kommende Frühjahr. Was ist ein Werkdorf und wie funktioniert das Wohnen dort? Rund 40 Haushalte, drei Wohnungsgrößen und ein Park, der allen gehört Der Begriff Werkdorf geht auf eine alte Idee zurück. „Es gibt vom Werkbund, diese Grundidee, dass eben verschiedenste Disziplinen, Handwerker, Architekten, Künstler zusammenarbeiten und dann eine Gemeinschaft entsteht“ , erklärt Wolf. Am Büttnershof soll deshalb möglichst viel kleines, leises Gewerbe entstehen, eine Töpferei, eine Goldschmiedewerkstatt, eine Physiotherapie, dazu Platz für digitale Nomaden und jüngere Menschen aus dem IT-Bereich. Lärmintensive Betriebe sind durch die Bauvoranfrage ausgeschlossen. Geplant sind rund 40 Wohneinheiten, teils in bestehenden Gebäuden, teils im Neubau, in drei Größen von 30, 60 und 80 Quadratmetern. Die Bauvoranfrage ist positiv beschieden, auch mit dem Denkmalschutz, und der Gemeinderat hat mit nur wenigen Gegenstimmen zugestimmt. Wer einzieht, kauft mehr als vier Wände. „Man wird Teilhaber von der gesamten Anlage, auch von dem Park, von den ganzen Bäumen und den Wiesen und dem Garten“ , sagt Wolf. Gästezimmer, Gemeinschaftsküche und ein Coworking Space werden geteilt, ein leerstehendes Gästezimmer kann bei Bedarf an Touristen vermietet werden, was die Kosten für alle senkt. Weitere Infos: Webseite: caduli.de Wolf Meyer-Plate auf LinkedIn: linkedin.com/in/wolf-meyer-plate

