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Progesteron – Evidenz statt Meinung
Progesteron ist das vielleicht am meisten missverstandene Hormon der Frauengesundheit. Kaum ein Begriff kursiert öfter in Ratgebern, Foren und Social-Media-Feeds – und kaum einer wird so oft falsch verwendet. In dieser Folge sprechen Dr. Johannes Seidel und Prim. Dr. Andreas Nather, Fachärzte für Gynäkologie und Geburtshilfe und Inhaber von Woman & Health, Klartext: Was Progesteron im Körper tatsächlich tut, warum ein „Progesteronmangel" über eine Blutabnahme praktisch nicht feststellbar ist – und warum die häufigste Reaktion darauf, einfach Progesteron zu verordnen, oft am eigentlichen Problem vorbeigeht. Die beiden erklären, warum Progesteron weit mehr ist als ein Schwangerschafts- hormon: Als Neurosteroid wirkt es über seinen Abbaustoff Allopregnanolon am GABA-A-Rezeptor – also dort, wo auch Beruhigungsmittel andocken. Das macht es schlafanstoßend, angstlösend und stimmungsausgleichend, und erklärt, warum Frauen in der Perimenopause so oft mit Schlafstörungen und Stimmungsschwankungen kämpfen. Ein zentraler Punkt der Folge: der Unterschied zwischen PMS und PMDS. Beim prämenstruellen dysphorischen Syndrom liegt meist kein Mangel vor, sondern ein Defekt am Progesteronrezeptor – Progesteron zu geben macht die Beschwerden dann nicht besser, sondern schlechter. Ebenso deutlich werden die beiden bei Progesteron-Cremes, magistral gemischten „bioidentischen" Präparaten aus der Apotheke und Yamswurzel-Kapseln. Und: Warum behandelt man Symptome und nicht Laborwerte? Wann ist ein Hormonstatus wirklich sinnvoll? Warum ist der Schutz der Gebärmutterschleimhaut bei jeder Hormonersatztherapie das eigentlich wichtige Thema? Und welche lebenswichtige Rolle spielt Progesteron in der Schwangerschaft? Themen dieser Folge Was Progesteron ist, wo es gebildet wird – und warum es in der zweiten Zyklushälfte 100- bis 500-mal höher liegt als Östrogen Warum ein „Progesteronmangel" im Blut kaum messbar ist: pulsatile Ausschüttung und massive Tagesschwankungen Speicheltests: warum die beiden klar davon abraten Progesteron als Neurosteroid: Allopregnanolon, GABA-A-Rezeptor, Schlaf, Angst und der „Hangover" am nächsten Morgen PMS vs. PMDS: warum Progesteron beim PMDS kontraproduktiv sein kann und was stattdessen wirklich hilft Perimenopause: wenn Hypophyse und Eierstock „lost in translation" sind – und warum bioidentische Hormone allein hier oft nicht ausreichen Symptome behandeln statt Laborwerte – und wann ein Hormonstatus trotzdem wichtig ist (Prolaktin, Schilddrüse, PCOS) Endometriumschutz: warum Östrogen ohne Gestagen keine Option ist Applikationsformen im Vergleich: schlucken, vaginal, Creme – und warum Progesteron über die Haut praktisch nicht ankommt Synthetische Gestagene: antiandrogene und androgene Zusatzwirkungen Yamswurzel & Co.: warum „pflanzliches Progesteron" nicht wirkt – obwohl es der Rohstoff echter bioidentischer Hormone ist Magistrale Mischcremes aus der Apotheke: Galenik, Dosierungssicherheit, Risiken Progesteron in der Schwangerschaft: Immunmodulation, Infektanfälligkeit, Wehenhemmung, Kinderwunschmedizin und Frühgeburtsrisiko ⚕️ Zu Gast: Dr. Johannes Seidel & Prim. Dr. Andreas Nather, Fachärzte für Gynäkologie und Geburtshilfe, Hormonspezialisten und Inhaber von Woman & Health Woman & Health ist das größte Zentrum für Frauenmedizin in Österreich. Alle Links: https://www.womanandhealth.at/linktree/ Diese Folge ersetzt kein ärztliches Gespräch. Bei Beschwerden wende dich bitte an deine Ärztin oder deinen Arzt.






