
Episode #79
Aberfan 1966 – Als der Berg ins Dorf kam: 144 Tote und eine verhinderbare Katastrophe | FEHLER EINS
21. Oktober 1966. 9:15 Uhr. Aberfan, Wales. Ein ganz normaler Freitagmorgen. Kinder sitzen in ihren Klassenzimmern der Pantglas Junior School. Draußen regnet es seit Tagen. Oberhalb des kleinen walisischen Bergarbeiterdorfes liegt eine gewaltige Kohleabraumhalde. Dann setzt sich der Berg in Bewegung. Eine riesige Masse aus Wasser, Schlamm und Kohleabraum rast den Hang hinunter – direkt auf Aberfan und die Schule zu. 144 Menschen sterben. 116 davon sind Kinder. Doch Aberfan ist keine Geschichte über eine unvermeidbare Naturkatastrophe. Die spätere Untersuchung kommt zu einem erschütternden Ergebnis: Die Katastrophe hätte verhindert werden können. Was ist damals passiert? In dieser Folge von FEHLER EINS gehen wir Schritt für Schritt durch die Ereignisse, die zur Katastrophe von Aberfan führten: Wie entstand die gewaltige Abraumhalde oberhalb des Dorfes? Welche Rolle spielte das Wasser im Untergrund? Warum wurde die Halde trotz problematischer geologischer Bedingungen weiter betrieben? Welche Warnzeichen gab es bereits vor dem 21. Oktober 1966? Was geschah an diesem Morgen um 9:15 Uhr? Warum starben so viele Kinder in der Pantglas Junior School? Was fanden die Ermittler nach der Katastrophe heraus? Wer trug die Verantwortung? Welche Rolle spielte das National Coal Board (NCB) ? Warum wurde die Katastrophe vom Untersuchungstribunal als vermeidbar eingestuft? Welche Konsequenzen hatte Aberfan für das Dorf und den britischen Bergbau? Was änderte sich anschließend bei der Regulierung von Abraumhalden? Was erinnert heute an die Opfer? Und wie wurde Aberfan in der Netflix-Serie The Crown dargestellt? Was war der „Fehler Eins“? Die entscheidende Frage dieser Folge lautet: Wann begann die Fehlerkette? War es der starke Regen? War es das Wasser im Untergrund? War es die Konstruktion der Abraumhalde? Oder begann die Katastrophe bereits Jahre zuvor – mit Entscheidungen, fehlender Risikobewertung, unzureichender Kommunikation und dem Versäumnis, bekannte Warnzeichen in wirksame Maßnahmen umzusetzen? Genau hier setzt FEHLER EINS an. Aberfan und Brumadinho In dieser Folge schlagen wir außerdem die Brücke zu Brumadinho in Brasilien , dem Thema von FEHLER EINS – Folge 26 . 2019 brach dort ein Bergbau-Rückhaltedamm. 270 Menschen starben. Technisch sind Aberfan und Brumadinho nicht dasselbe Ereignis. Doch auf der Ebene des Sicherheitsmanagements zeigen sich bemerkenswerte Parallelen: Gedenken an Aberfan Heute erinnert der Aberfan Memorial Garden auf dem ehemaligen Gelände der Pantglas Junior School an die Opfer. Auch der Friedhof von Aberfan mit den Gräbern der Opfer ist zu einem zentralen Ort der Erinnerung geworden. Die Geschichte von Aberfan wurde außerdem einem weltweiten Publikum durch die Netflix-Serie The Crown bekannt. Doch hinter jeder Darstellung und jeder Statistik stehen Menschen. 144 Menschen. 116 Kinder. Und ein Dorf, das bis heute mit den Folgen des 21. Oktober 1966 lebt. ⸻ Keywords / Suchbegriffe Aberfan 1966, Aberfan Katastrophe, Aberfan Unglück, Aberfan disaster, Wales Katastrophe, 21. Oktober 1966, Pantglas Junior School, 144 Tote Aberfan, 116 Kinder Aberfan, National Coal Board, NCB, Kohlebergbau Wales, Abraumhalde, Haldenrutschung, Bergbaukatastrophe, Sicherheitskultur, Fehlerkultur, Human Factors, Risikomanagement, Unfalluntersuchung, Katastrophenprävention, The Crown Aberfan, Brumadinho, FEHLER EINS, menschliche Fehler, aus Fehlern lernen






