
Episode #467
Warum Range Rover beim E-Auto keine Kompromisse eingeht
Ein Range Rover, der rein elektrisch fährt und dabei keine Kompromisse eingehen soll: Genau diesen Anspruch habe ich mit Martin Limpert besprochen, Global Managing Director Range Rover. Gemeinsam haben wir uns Range Rover Electric und Range Rover Sport Electric angeschaut, und schnell wurde klar, wie konsequent die Marke diesen Weg verfolgt. Ausgangspunkt war eine Befragung der eigenen Kund:innen vor fünf bis sechs Jahren. Deren Wunsch war eindeutig: Der elektrische Range Rover soll aussehen, sich anfühlen und fahren wie ein Range Rover, erst dann darf der Antrieb ihn besser machen. Martin erklärt mir, welche Elemente der Marken-DNA dabei unverzichtbar sind, vom reduzierten Design über die Geländefähigkeit bis zur ruhigen Kabine. Spannend fand ich persönlich, dass rund 70 Prozent der Vorreservierungen von Neukund:innen stammen, die bislang auf eine elektrische Variante gewartet haben. Wir sprechen auch darüber, wie sich Range Rover und Range Rover Sport trotz gemeinsamer Basis unterscheiden sollen. Beim Sport Electric sorgen eine andere Fahrwerkshardware, eine sportlichere Abstimmung und ein schneller verfügbares Drehmoment für mehr Dynamik, auf Wunsch ergänzt durch ein Sound Enhancement. Ein großer Teil des Gesprächs dreht sich um die Frage, warum der elektrische Range Rover erst 2026 statt wie angekündigt 2024 auf die Straße kommt. Martin schildert offen und ohne Umschweife, warum nach Tests am Polarkreis, am Red Rock in Dubai und in den Wüstendünen ein Motor getauscht wurde und weshalb die Akustik ohne Verbrennungsmotor zusätzliche Entwicklungsarbeit verlangte. Auch die geringere Anhängelast im Vergleich zum Diesel spricht er direkt an. Darüber hinaus geht es um den Marktstart. Da alle Antriebsvarianten im Werk Solihull über eine Produktionslinie laufen, will Range Rover flexibel auf die Nachfrage reagieren. Nord-, West- und Mitteleuropa sowie England sieht Martin von Beginn an stärker, andere Regionen entwickeln sich langsamer. Ein Ende der Mehrgleisigkeit bei den Antrieben ist für ihn nicht absehbar, wobei nicht jede Variante überall angeboten werden soll. Zum Abschluss wagen wir einen Blick nach vorn. Mit einem fünften Familienmitglied auf der EMA-Plattform will die Marke neue Kundschaft gewinnen, ohne den Kern aus ruhiger Kabine, Refinement und Geländefähigkeit aufzugeben. Wie Martin Tradition und Elektromobilität zusammenbringen will, hörst du in dieser Folge.

