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Interventionelle Pneumologie - Bronchoskopie, Bronchiallavage und bronchoalveoläre Lavage (BAL)
Bronchoskopie im Überblick Die Bronchoskopie ist ein diagnostisches und therapeutisches Verfahren zur Beurteilung von Trachea und Bronchien. Kernanwendungen: • Sekret absaugen • Blutungsquellen lokalisieren und behandeln • Fremdkörper entfernen • Biopsien gewinnen • Tumoren und Stenosen beurteilen • in Spezialfällen Dilatation oder Stentimplantation Flexible vs. starre Bronchoskopie Flexible Bronchoskopie: • Standard für die meisten diagnostischen Fragestellungen • transnasal oder transoral möglich • geeignet für Inspektion, Lavage, Biopsie Starre Bronchoskopie: • meist in Allgemeinanästhesie • wichtig bei zentralen Stenosen, relevanter Hämoptyse, großen Fremdkörpern und interventionellen Eingriffen ⚠️ Vorbereitung und Sicherheit Vor dem Eingriff wichtig: • klare Indikation • Oxygenierung, ggf. Blutgase • Gerinnung, Thrombozyten, Nierenfunktion • antithrombotische Medikation • Allergien, v. a. gegen Lokalanästhetika • Nüchternheit bei elektiven Eingriffen Monitoring: • Pulsoxymetrie • Blutdruck • idealerweise EKG • bei Risikopatient:innen/Kurzsedierung auch Kapnographie sinnvoll Sedierung und Lokalanästhesie Häufig verwendet: • Lidocain zur lokalen Atemwegsanästhesie • Midazolam und ggf. Fentanyl in vorsichtig titrierter Gabe Wichtig: • kumulative Lidocain-Dosis beachten • auf Zeichen der Lokalanästhetika-Toxizität achten • Antagonisten bereithalten: Flumazenil, Naloxon • Atemdepression und Hypotonie mitdenken Wichtige Indikationen • Verdacht auf Bronchialkarzinom • Probengewinnung bei endobronchialen Läsionen • Abklärung peripherer Herde mit Zusatzverfahren • Infektionsdiagnostik bei unklaren Infiltraten • Sekretretention und Atelektasen • Hämoptyse • Fremdkörperaspiration • interventionelle Therapie zentraler Tumorstenosen • fiberoptische Intubation beim schwierigen Atemweg EBUS: Ultraschall von innen EBUS = endobronchialer Ultraschall Besonders relevant für: • mediastinale und hiläre Lymphknoten • transbronchiale Nadelaspiration • Diagnostik und Staging von Lungentumoren Praxispunkt: Die Probenlogistik ist entscheidend: Zytologie, Histologie, Zellblock, Mikrobiologie und molekulare Diagnostik vorab planen. Bronchiallavage Gewinnt Material aus den größeren, zentralen Atemwegen. Typische Einsatzgebiete: • mikrobiologische Diagnostik • Pneumonieverdacht, besonders bei intubierten Patient:innen Vorteile: • technisch einfach • schnell • auf Intensivstation praktikabel Limitation: • höhere Kontaminationsgefahr • Befunde immer im klinischen Kontext interpretieren ️ Bronchoalveoläre Lavage (BAL) Gewinnt Material aus kleinen Atemwegen und Alveolen. Technik: • Bronchoskop in Wedge-Position • Spülung mit steriler Kochsalzlösung in mehreren Aliquots • vorsichtige Aspiration Wichtige Indikationen: • interstitielle Lungenerkrankungen • Alveolitis • Sarkoidose • Hypersensitivitätspneumonitis • opportunistische Infektionen • diffuse alveoläre Hämorrhagie Typische BAL-Hinweise: • Alveolarmakrophagen sprechen für tiefe Atemwegsprobe • viele Plattenepithelien sprechen eher für Kontamination Praktische Merksätze • Bronchiallavage ≠ BAL • Bronchiallavage: zentral • BAL: peripher/alveolär • Bildgebung vor der Bronchoskopie immer selbst ansehen • Fragestellung und Probenverarbeitung vor dem Eingriff festlegen Nachsorge und Komplikationen Nach dem Eingriff beachten: • nichts essen oder trinken bis sicherer Schluckreflex zurück ist • nach Biopsie an Pneumothorax denken • geringe Blutbeimengungen möglich, zunehmende Hämoptyse abklären • nach Sedierung keine aktive Teilnahme am Straßenverkehr ✅ Quintessenz Bronchoskopie ist kein Einzelakt, sondern ein diagnostischer Prozess. Entscheidend sind: • gute Vorbereitung • passende Technik • gezielte Probengewinnung • saubere Logistik • Interpretation immer zusammen mit Klinik und Bildgebung

